Hallig Südfall © Klaus BöllingDort wo einst die kleine Hafenstadt Rungholt war ist heute als einziger Rest des Festlandes die Hallig Südfall geblieben. Das Foto zeigt die kleine Hallig mit einer einzigen Warft inmitten der Wattflächen. Nicht mehr als 56 Hektar umfasst sie - 1804 waren es noch 273 ha - und würde sicherlich langsam verschwinden, wenn der fortschreitende Landabtrag durch die Fluten nicht mit einer Befestigung der Halligufer durch eine Steindecke gestoppt worden wäre. Seit 1959 ist die Hallig Naturschutzgebiet, heute als Teil des Nationalparks schleswig-holsteinisches Wattenmeer. Da die Hallig eine wichtige Brut- und Raststätte für viele Vogelarten ist, darf sie nur noch in kleinen Gruppen und unter fachkundiger Führung betreten werden, Teile der Hallig gehören zur Schutzzone 1 des Nationalparks und dürfen nicht betreten werden. Von Nordstrand aus ist sie zu Fuß oder mit dem Pferdewagen erreichbar.

Die Halligen sind Reste der einst zusammenhängenden nordfriesischen Uthlande, einer Landschaft zwischen Festland und Meer, die von Mooren überzogen und kaum bewohnt war. Die Lebensumstände waren hier sehr widrig - immer wieder wurde das Land überflutet, allerdings konnte das Wasser den Torfboden kaum abtragen. Landwirtschaft war auf den Torfböden nicht möglich, der Salzgehalt des Torfes war hoch. Die schlechten Lebensbedingungen  machten die Uthlande relativ unattraktiv für Landesherren, die Friesen galten als freie Menschen. Um das Land denoch nutzen zu können, trugen sie den Torfboden ab, gewannen aus dem Torf Salz und damit sicherlich auch eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung. Salz war kostbarer als Gold. Allerdings verschwand mit dem Torf die schützende Schicht über dem Marschboden, der nun von den Fluten abgetragen werden konnte, Gräben und tiefe Rinnen wurden ins Land gerissen. Hinzu kamen geologische Landabsenkungen - die schlimme Flut 1362 konnte ungehindert das Land verwüsten.

Bei Südfall blieben Deichreste und höher gelegene Vorländereien erhalten, dort lagerten sich nach der Verwüstung wieder Sedimente an, unter denen die Reste Rungholts verschwanden, im 16. Jahrhundert war die gegenüber der Insel Alt-Nordstrand gelegene rund 400 ha große Hallig wieder besiedelt. Dann kam die für die Küste schlimmste Sturmflut im Oktober 1634 und brachte den Untergang der Insel Alt-Nordstrand. Auf Südfall  kamen 46 Menschen ums Leben. Die schlechten Deiche Alt-Nordstrand hielten nicht Stand, erhalten blieb allein Pellworm und die Hallig Nordstrandischmoor, das heutige Nordstrand war völlig versunken und konnte erst viel später von holländischen Partizipanten neu bedeicht werden.Hallig Gröde © Klaus Bölling

Die Hallig Gröde ist eines der Ziele der Adlerschiffe, die ab Strucklahnungshörn von der Insel Nordstrand aus durch die Halligwelt fahren. 
Im Zuge der Halligbefestigungen um die Jahrhundertwende, wurde der Priel zwischen den beiden Halligen Gröde und Appelland abgedämmt und verlandete immer mehr. Die beiden Halligen sind zu einer Hallig zusammengewachsen. Noch immer durchziehen einige Priele das Halligland, die nur langsam zuschlicken. Zwei Warften gibt es auf Gröde, die Knudtswarft mit vier Häusern und die Kirchwarft mit einem langgestreckten Gebäude, das Kirche und die kleinste deutsche Schule unter einem Dach beherbergt.

Karte der Insel und Halligwelt